Archiv für den Monat Juli 2016

Sicherheit und Gesundheit zu vermitteln ist Erwachsenenbildung

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In betrieblich ausgerichteten Maßnahmen wird der Mitarbeiter in erster Linie als Mensch betrachtet, dessen Arbeit und Verhalten an Weisungen gebunden ist. Solange diese Wertung  (hat zu funktionieren) in den Köpfen der Führung verankert ist, wird es schwer Sicherheit und Gesundheit auf Augenhöhe und wertschätzend zu kommunizieren. Wenn ein angeblich Wissender einem vermeintlich Unwissenden sagt, was er zu tun oder zu lassen hat, bildet sich darin eine hochpädagogische Grundsituation ab.

Arbeitsschutz ist immer auch Erwachsenenbildung. Anders als bei Kindern oder Jugendlichen liegt bei Erwachsenen bereits ein fest gefügtes Bild über die Zusammenhänge der Arbeitsumwelt vor. Der Einsicht zur Notwendigkeit von Veränderungen stehen oft jahrelange Arbeits- und Lebenserfahrungen gegenüber, die durchaus im Gegensatz zur Forderung nach sicherheitlichen Verbesserungen stehen. Das Ziel einer dauerhaften Einstellungs- und Verhaltensänderung wird eher erreicht, wenn dem erwachsenen Menschen so viel wie möglich Eigenverantwortung und Selbstbestimmung überlassen bleibt. Wird durch Mitgestaltung eine inhaltliche Auseinandersetzung erzeugt, werden Vereinbarungen oder ein Verhaltenkodex eher befolgt. Partizipativ ausgelegte Maßnahmen bewirken höhere Akzeptanz.

Beteiligung ist für einen proaktiven Arbeitsschutz unverzichtbar.

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