Archiv der Kategorie: Allgemein

Widersprüche im Arbeitsschutz, Teil IV – Angstzuschlag

Meine Sammlung enthält ca. ein dutzend Widersprüche, die es erschweren Mitarbeiter und Führungskräfte nachhaltig zu sensibilisieren und für die Arbeitssicherheit zu begeistern. Heute der vierte Beitrag:

Die Beurteilung eines Risikos ist immer von individuellen Sichtweisen, verfügbaren Bewältigungsstrategien und persönlichen Erfahrungen abhängig. Für die Ableitung von Maßnahmen und Regeln, auf der Grundlage einer Risikoeinschätzung, sind Experten zuständig. Um nach einem Ereignis nicht dem Vorwurf ausgesetzt zu sein ein Risiko falsch prognostiziert zu haben, muss auf jeden Fall eine sichere Seite gewählt werden. Für viele Ereignisse liegen keine objektiven Statistiken vor. Sicherheitshalber muss zusätzlich zur individuellen Expertenbewertung ein „Angstzuschlag“ aufgesetzt werden. Ist der Angstzuschlag das Doppelte oder mehr als die tatsächliche Gefährdung, ist es nicht verwunderlich, wenn die daraus abgeleiteten Maßnahmen nur schwerlich akzeptiert werden. Wenn Regeln in hohem Maße ignoriert werden, kann man sich ständig über „Unbelehrbare“ ärgern, die Regeln durch verstärkte Kontrolle und ggf. Bestrafung durchsetzen oder aber überprüfen, ob die Bewertung und daraus folgende Konsequenzen überzogen war.

Empfinden Mitarbeiter die Arbeitssicherheit als Gegner und nicht etwa als ihren Anwalt, schwinden Vertrauen, Offenheit und Ehrlichkeit. Die Einhaltung von Regeln (Compliance) wird gesteigert, wenn Gefährdungen ohne übergroßen Angstzuschlag bewertet werden.

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Widersprüche im Arbeitsschutz, Teil III – Generallösungen

Meine Sammlung enthält ca. ein dutzend Widersprüche, die es erschweren, Mitarbeiter und Führungskräfte nachhaltig zu sensibilisieren. Heute der dritte Beitrag:

Unternehmen und Sicherheitsexperten suchen für Arbeitsschutzprobleme nach einer Generallösung, die für alle Situationen immer gültig ist, damit das Problem ein für alle Mal vom Tisch ist und nicht immer wieder zur Entscheidung gestellt werden muss. Diese muss zudem auf Sicht beobachtbar sein. (Also z.B. Schutzbrillentragepflicht für alle, immer! Keine Ausnahmen!). Nicht zuletzt aufgrund einfacher Kontrollierbarkeit steht der Arbeitsschutz in der Tradition immer eine Lösung als die einzig richtige zu akzeptieren (Handlauf anfassen ist gut. Nicht anfassen ist böse). Aus wahrscheinlich hunderten von sicheren Techniken wird vom Unternehmen eine einzige akzeptierte vorgegeben.

Mitarbeiter, die gelernt haben, dass es für jedes Problem immer mehrere Lösungen gibt, dürfen nicht selbst entscheiden (…wie sie z.B. eine Treppe begehen). Wer sich gegängelt fühlt, hält sein Wissen zurück („Soll ich nun Mitdenken oder nicht?“). Im wirklichen Leben steht in der Regel ein ganzes Bündel von Lösungen zur Verfügung, aus denen je nach Umstand ausgewählt wird.

Arbeitsprozesse sind in den letzten Jahren immer komplexer geworden. Je vernetzter die Systeme werden, desto weniger sind eindimensionale Lösungen zielführend.

Die Entscheidung zu eindimensionalen Maßnahmenbeschlüssen wird der Abteilung Arbeitsschutz unterstellt (kein gutes Image). Kann ein Lösungsansatz darin liegen, zukünftig statt eindimensionale Vorgaben, Korridore zu definieren, die Entscheidungsspielräume beinhalten?

Widersprüche im Arbeitsschutz, Teil II – Widerspruchsfreiheit

Meine Sammlung enthält ca. ein dutzend Widersprüche, die es erschweren, Mitarbeiter und Führungskräfte nachhaltig zu sensibilisieren und für Arbeitssicherheit zu begeistern. Heute der zweite Beitrag:

Einmal „hü“, einmal „hott“ und ein Großteil der Beschäftigten weiß nicht mehr, was das Unternehmen von ihnen erwartet. Botschaften unterschiedlicher Ausrichtung zerstören die Wirksamkeit.

Die Unternehmensleitung möchte, dass Mitarbeiter ihr Wissen und Können jederzeit kreativ, gewinnbringend und vorbehaltlos für das Unternehmen einsetzen. Führungskräfte an der Basis wünschen vermehrt, dass Mitarbeiter mehr Eigenverantwortung übernehmen. Der Arbeitsschutz erwartet, dass fremdbeschlossene Verhaltensregeln bedingungslos eingehalten werden (keine Freiheitsgrade, kein eigenverantwortliches Entscheiden).

Wenn Eigenverantwortung darin gesehen wird, dass sich Mitarbeiter allen Regeln „eigenverantwortlich“ und ohne Murren zu unterwerfen haben, handelt es sich um eine Vorgesetztenperspektive, bei der Mitarbeiter schließlich Weisungen zu befolgen haben. Wertschätzung geht allerdings anders!

In der Vergangenheit hat der Arbeitsschutz eine große Anzahl Verhaltensregeln aufgestellt, die Eigenverantwortung nehmen (WIR sagen, was zu tun und was zu lassen ist, was „richtig“ oder „falsch“, „gut“ oder „böse“ ist!). Jede Verhaltensregel, die sich einer individuellen Logik entzieht, kann von Mitarbeitern als Entmündigung empfunden werden. Wen wundert es, dass die Bereitschaft zur Eigenverantwortung geschwunden ist? Erwartet das Unternehmen auf anderen Handlungsfeldern eine starke, persönliche Mitwirkung, fühlen sich genau diese Mitarbeiter bei zu engen Verhaltensregeln gegängelt. Unter solchen Voraussetzungen entwickeln sich Renitente, Unbelehrbare und Provokateure, die das Sicherheitsproblem sehr wohl sehen aber aus einer empfundenen Bevormundung, Reaktanz zeigen.

Es geht nicht darum Regeln abzuschaffen. Vielleicht kann darüber nachgedacht werden, zukünftige Verhaltensanweisungen so zu formulieren, dass nicht nur eine einzige richtige Lösung vorgegeben wird, sondern dass ein Korridor definiert wird, in welchem nach Situationsbedingungen entschieden werden kann.

Widersprüche im Arbeitsschutz – Teil I, Improvisation

Meine Sammlung enthält ca. ein Dutzend Widersprüche, die es erschweren, Mitarbeiter und Führungskräfte nachhaltig zu sensibilisieren. Heute der erste Beitrag:

Ein Unternehmen erwartet von seinen Mitarbeitern, dass sie in der Lage sind Lösungen für Probleme zu finden, dass sie improvisieren können. Wertvoll sind Mitarbeiter, die in der Lage sind selbständig kreativ zu sein.
Im Arbeitsschutz ist Improvisation verpönt oder gar verboten. Die Abgrenzung zwischen gewünscht und verboten ist diffus. Wer entscheidet in nicht planbaren Situationen darüber, welche Art der Improvisation gut ist und welche im Unternehmen nicht mehr akzeptiert wird?
Einigen Hundert Mitarbeitern eines Unternehmens eine klar nachvollziehbare Grenze zu benennen ist ein schwieriges Unterfangen. Wird den Mitarbeitern Improvisation abgewöhnt ist Ärger mit der Unternehmensleitung zu erwarten. In Konfliktsituationen wird versteckt improvisiert.

Die netzbasierte Variante der Input-Methode „Gefühltes RisikoAudit“

Verhaltenssteuerung mit der Input-Methode Gefühltes RisikoAudit: s. http://xp.institut-input.de

Die Risikoeinschätzung bestimmt das Vorsorgeverhalten!

Das gefühlte RisikoAudit ist eine Methode zur Risikoeinschätzung, mit welcher jeder Mitarbeiter sofort beteiligt werden kann. Inhaber der Nutzungsrechte, können eigene Ereignisse hochladen und durch die Betroffenen bewerten lassen. Unterschätzte Risiken, welche die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass es irgendwann schiefgeht, werden auf ein realistisches Niveau gehoben. Gleichzeitig kann eine vorhandene Gefährdungsbeurteilung hinzugezogen werden.

 

Nicht WOLLEN?

offene Kiste mit AS-Symbolen.pngDie Präsentation von Themen der Sicherheit und Gesundheit wird von einem Großteil der Mitarbeiter als belastend, langweilig und trocken empfunden. Daraus wird der Schluss gezogen, dass die Mitarbeiter gleichgültig mit sich umgehen – nicht WOLLEN.

Die Akteure des Instituts Input sind davon überzeugt, dass jedes noch so trockene betriebliche Thema spannend und unterhaltsam aufbereitet werden kann. Voraussetzung ist, dass die Mitarbeiter in ihrem Handeln und Denken ernst genommen werden. Niemand hat gern einen Unfall, niemand verletzt sich freiwillig! Ein Selbsterhaltungstrieb kann bei jedem Mitarbeiter unterstellt werden. Selbst so etwas wie „Arterhaltung“ steuert das Verhalten.

Also bitte! Wenn Mitarbeiter sich gelangweilt zeigen, dann bitte zuerst die eigene Methode und sich selbst infrage stellen.

Unser Menschenbild

Werfen Sie den Stein ins Wasser…

Breiten sich die Kringel ungestört aus, werfen wir einen größeren Stein hinterher. Schaukeln sich die Wellen auf, wird das Projekt erfolgreich.

Es ist uns wichtig, dass die Denkrichtungen auf dem gleichen Breitengrad liegen. Wir können nicht hinter unsere Erfahrungen zurücktreten und wollen unsere Überzeugungen nicht verleugnen.

Lesen Sie das Ergebnis jahrelanger Erfahrungen in unterschiedlichen Branchen und Betriebsgrößen. Wir freuen uns, wenn Sie zu der Überzeugung gelangen, dass unsere Dienstleitungen, Ideen und Methoden Ihre Arbeit bereichern.

Wir diskutieren unsere Überzeugungen mit Leidenschaft bei einem Glas oder einer Tasse.

www.Institut-Input.DE